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Es werden Posts vom September, 2017 angezeigt.
ohrenbetäubende Stille
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Über drei 3000er Pässe gegen Norden breitet sich vor uns ein See aus. Einzeln verstreut stehen Jurten. Das Gras ist wie ein dichter Pelz kurz geschoren und schmiegt sich am die sanften Hügeln. Im Hintergrund thronen hoch darüber gletscherbdeckte Berge. Die Abendsonne taucht die Kulisse in Gold. Es ist ohrenbetäubend leise. Jeder Laut wird unmittelbar verschluckt. Wir schlafen in so einer Jurte. Den Touristen zuliebe stehen da Betten. Der Rest wirkt mit bunten Decken recht authentisch. Dicker Filz und der kleine Ofen halten nachts über angenehm warm. Als Abendessen gibt es wieder mal Schafeintopf. Wir sitzen auf Pölstern am Boden um kleine Tische herum. Später kann es schon passieren unter den Tisch zu rutschen und gegen Nacht mal weg zu mützen. Bevor es tags drauf weitergeht fühlen wir uns ein wenig wie kyrgyts, kirgisische Cowboys. Wir treiben unsere Pferde über die Graslandschaft Richtung See. Da gibt es nicht einmal wen, der sich da weiter darum kümmert. Für die dort is...
Der großartige Naryn
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Nach dem großen und dem kleinen Naryn, der stellenweise auch ganz schön groß werden kann, gibts den großartigen Naryn. Am Weg zum Einstieg kommen wir in Naryn vorbei. Hier endet die Welt. Schauriger kann ein Ort kaum sein. Die Straßen sind nur teilweise asphaltiert, der Markt auf dem wir uns eindecken ist irgendwo die Straße rechts runter und dann wieder links. Gleich daneben der kyrg Hornbach, so alles für dein Projekt. Der Müllmann führt fasst brennenden Mist auf einer Riesenschubkarre mal hinter die Mauer zur öffentlichen Badeanstalt. Kühe und Hunde durchwühlen den halbverbrannten Dreck. Die Luft ist zum Kotzen. Wir gehen wie viele sich zur Feier des Tages mal waschen. Es ist ja Sonntag. In der Eingangshalle ist es blitzsauber. Über den Köpfen rennt der Fernseher mit einem russisch synchronisierten US Film. In der Umkleide hast ein Kastl und entledigst dich deines verstaubten Gewandes. Pudelnackert mit Handtusch, Seife und Schaffel gehen die Kirgisen in den Waschraum. Ich verzi...
Naryn
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Am Naryn treiben wir tags drauf Richtung Westen. Übermütige Kinder vergessen kurzerhand ihren Job auf die Herde auf zu passen und zeigen uns ihre Reitkünste. Die älteren lassen sich gerne mit Thomas auf ein Gespräch ein. Pferde galoppieren über die Grasebenen, während die Kühe und Schafherfen von unseren bunten Booten eher unbeeindruckt bleiben. Nach Stunden wird das Tal schmal und das Wasser endlich schneller. Erste Stromschnellen kündigen die große Schlucht an. Das Tal endet normalerweise hier. Nirgendwo mehr ein Zeichen der Zivilisation. Bis zum heftigen Teil unserer Fahrt übernachten wir noch. Es friert, an Schlaf ist kaum zu denken. Helfen tut dagegen ein großes Feuer, der Schlafsack bis über das Gesicht gezogen und schlussendlich die Morgensonne.
4000
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Am Weg ins Hochtal des Naryn müssen wir über einen Pass. Endlos schraubt sich eine Schotterstraße nach oben. die Vegetation wird anders. Es erinnert an unsere alpinen Almen, denn bisher waren es endlose halbtrockene Grassteppen, die sanfte Landschaften gebildet haben, ganz so wie man es aus Bildern der Mongolei kennt. Auf fast 3000 m Höhe bleiben wir stehen. Wir sammeln Brennholz, denn drüben gibt es nur Gras. Es ist inzwischen eiskalt. Die Sonne ist schon lange weg und dichte Wolken treiben dem schmalen Tal entlang. Schroff ragen steile Felswände an den Flanken nach oben. Bald beginnt es zu stürmen und zu schneien. Wir erreichen auf über 3500 m eine Hochebene. Der Schnee klebt einseitig vom Wind getrieben an den Steinen. Nur wenige Fahrzeuge kommen uns auf der Straße, die sich in eine Schlammpiste verwandelt hat entgegen. Auf 4000 m haben wir den Pass erreicht und es kommt die Sonne wieder raus und gibt uns den Blick auf die Gipfel rundum frei. Der höchste von denen ist 5...
Markt
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Wir fahren Richtung Osten und kommen an den großen See, acquamarin und weit dahinter schemenhaft die Gletscher des Tien shan Gebirges. Das Camp für diese Nacht schlagen wir direkt am Strand auf. Leider überall Dreck. Das Wasser ist hingegen kristallklar, fühlt sich herrlich an und schmeckt sogar ganz leicht nach Salz. Es wird groß aufgekocht. Die russische Outdoorküche bietet so einiges. In einem gusseisernen Trog wird über dem Lagerfeuer herzhaft von Reis über Nudeln mit viel Gemüse alles zu einem schmackhaften Eintopf verarbeitet. Fleisch ist immer dabei, einzig beim morgendlichen Porridge mit viel Nüssen und Trockenfrüchten wird darauf verzichtet. Eingekauft wird das alles am Markt, so wie er vor hunderten Jahren hätte sein können. Ein wildes Gewusel unter einem Dach aus Tüchern, die vor der brennenden Sonne schützen. Da gibt es ein Übermaß an Früchten und Gemüse und sonst allem, was gebraucht werden könnte. Sonstwo kann man sich in kleinen Ortschaften nu...
Russisch
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Egor ist ein Russe wie man ihn gerne hätte. Groß, kräftig, blaue Augen und einer Hand so groß wie die Tatze eines sibirischen Bärens. Kurz begrüßt, wichtige Informationen ausgetauscht und das wars dann mal. Kein small talk. Thomas und Ilona sind da nicht viel anders, zwar Lette und Ukrainierin, aber letztendlich aus gleichem Holz. Stellt man eine Frage ist es nicht so sicher eine Antwort zu bekommen oder überhaupt eine Reaktion darauf. Was sie ausdrücklich schätzen, sind direkte Antworten mit Yes or No. Kommen da lange Erklärungen und das gewöhnliche Geplapper oder zu viele Fragen dazu, kann es schon passieren dass das Tagespensum an Fragen limitiert wird. Sind sie entnervt? Nein, einfach nur direkt. Trotzdem, es besteht in gewisser Weise ein Mangel an Informationen. Ich bin aber schon dahintergekommen, wer der Russe hier ist. Er trägt nicht dick auf oder ist gar laut. Er ist durchaus freundlich und gefasst, ist nicht an Geplapper interessiert und pragmatisch. Wenn es besti...
Kyrgysian
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Bishkek international Airport empfängt die Reisenden mit einer Landebahn auf der schon die Sowjets einmarschiert sind. Es rüttelt und ich hoffe dass unser Flieger hält. Aeroflot hat aufgerüstet, die neuesten Maschinen, fragt sich anhand der Buckelpiste wie lange noch. Die Besatzung ist jung und adrett nur eines fehlt. Es ist das Dauergrinsen der Stewardessen. Die Fragen sind in gebrochenen Englisch kurz und direkt und die Aufforderungen das Tablett zu reichen schon fast im Befehlston. Sind die gar grantig? Nein, wer die ganze Zeit lächelt wirkt dümmlich, sollte ich aufgeklärt werden. Ich bekomm einen Stempel in meinen Pass und warte nachdem ich mich durch die Taxler gedrängt habe, draußen auf Egor. Alles ist organisiert. Wir haben Dimitri, wie Lenin aus dem Gesicht geschnitten als Fahrer eines Kleinbusses, mit fetten Offroadreifen, 4x4 und dem Lenkrad auf der falschen Seite, weil japanisch. Denn das kirgisische Wegenetz ist Abenteuer genug, kaum Asphalt was bedeuted, dass s...